Wir fühlen und empfinden durch unseren Körper

In der direkten Begegnung mit Menschen spüre ich täglich die Bedeutung des Einfühlens. Einfühlen und Empfinden sind der Kern der Liebe.

Ein Neugeborenes wird sich dann vollständig erfahren, wenn es sich mit seiner Bezugsperson identifizieren kann. Dort, wo es von Menschen mit Liebe angeschaut wird, wird es augenblicklich lebendig, weil es sich wahrgenommen und berührt fühlt. Das hat Bedeutung und ist eine Bestätigung ihres Seins.

Alles Lebendige beruht auf diesem wechselseitigen Fluss. Je mehr wir als Kind einfühlsam angeschaut oder berührt wurden, desto mehr Sicherheit haben wir in unserer Identität entwickelt und desto bewusster können wir die Anderen wahrnehmen.

Einfühlung verläuft überwiegend nonverbal. Du erkennst beispielsweise sofort, wenn die Worte Deines Gegenübers nicht mit dem Klang seiner Stimme, seiner Körperhaltung und seinem ganzen Ausdruck übereinstimmen. Ärger, Desinteresse oder Lieblosigkeit nimmst Du aus einer kurzen Geste viel deutlicher wahr, als aus dem, was gesagt wird.

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Empfindung ist die einzige Skala, die für uns als Lebewesen relevant ist, denn alles, was lebt, empfindet. Alle Wesen, alle Pflanzen und Tiere, bis in die letzte Zelle, empfinden. Sie sprechen die gemeinsame Sprache der Körper.

Unsere Körper übersetzen die Entschlüsse aus unserem Inneren und verstehen die Sprache aller Körper dieser Welt. Die ersten ›Worte‹ dieser Sprache haben wir bereits im Mutterleib gelernt, indem wir empfunden haben, wenn unsere Mutter auf unsere Bewegungen instinktiv mit Streicheln oder lieben Worten reagiert hat, oder nach der Geburt, wenn unsere Eltern in den ersten Monaten »die Gefühle des Kindes widerspiegeln, indem sie mit ihren eigenen Gefühlen auf die Verhaltensweisen des Kindes antworten.« (Jirina Prekop)

Als Säugling konnten wir nicht sprechen, also mussten wir unsere Bezugspersonen emotional berühren durch Schreien, Brabbeln, Lächeln, Augenrollen, Strampeln. Über die passende oder unpassende Reaktion der Bezugspersonen lernten wir, wie wie wir unsere inneren Zustände am besten emotional mitteilen konnten.

Einfühlung dürfen wir nicht mit Mitgefühl verwechseln. Beim Mitgefühl handelt es sich mehr um Sympathie. Altgriechisch sym bedeutet mit und pathos heißt Gefühl. Mitgefühl erfordert kein aktives Handeln.

Einfühlen dagegen erfordert unsere bewusste Entscheidung, uns in die Lage unseres Gegenübers zu versetzen. Wir nehmen seine Gefühle wahr, sind fähig zwischen dem Ich und dem Du zu unterscheiden, um die Gefühlslage unseres Partners zu erfassen und zu verstehen. Das schafft die Grundlage, ihn zu verstehen.

Im Rebalancing unterstützen uns Gespräch, „angesehen“ und „wahrgenommen“ werden sowie die achtsamen tiefen Berührungen darin, unseren Leib und damit unsere Gefühle wahrzunehmen. Über das Betrachtetwerden und durch die Kunst des Zuhörens erfahren wir unsere Einzigartigkeit.

Wir werden wahrgenommen und dadurch können wir andere Menschen einfühlend wahrnehmen. In dem Moment, wo wir unsere Wahrnehmungen mitteilen, wird dieses Wissen Ähnliches bei anderen bewirken.

10 000 Schritte täglich

In einem „Welt+“ Artikel, werden die gesundheitlichen Vorteile betont, wenn wir 10 000 Schritte am Tag gehen.

„10.000 Schritte sind eine Grundlage für einen aktiven Alltag“, sagt Professor Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln: „Sie helfen uns dabei, Folgeerkrankungen von Bewegungsmangel entgegenzuwirken.“ Die Bewegung beuge unter anderem gegen Diabetes, Bluthochdruck oder Übergewicht vor. Auch das Risiko für Herz-Kreislauf Erkrankungen wird gesenkt.

Zudem wirke das Gehen laut Froböse präventiv gegen eines der größten Volksleiden – die Rückenschmerzen. Diese entstehen oft durch Bewegungsmangel, da die Muskulatur nicht genügend gestärkt und gelockert wird. Regelmäßiges Gehen ist die einfachste Methode, den Rücken zu stärken.

Dem stimme ich grundsätzlich zu. Ich persönlich merke sehr schnell die Auswirkungen auf mein seelisches (und körperliches) Wohlbefinden, wenn ich mich zu wenig bewege.

Für mich stimmt die folgende Aussage:
Ein gesunder Geist, steckt in einem gesunden Körper – und umgekehrt.

Ich nehme schnelle Veränderungen in und an mir wahr, wenn ich mich regelmäßig viel bewege: ich fühle mich wohler, Stress belastet mich weniger, meine Konzentrationsfähigkeit steigert sich und ich bin insgesamt aktiver in meinem Leben unterwegs. Abgesehen davon fühle ich mich jünger.

All dies ist auch wissenschaftlich erwiesen. Was oft nicht erwähnt wird:
Dass ich Bewegungen ausführen sollte, die mir auch Freude machen.

Also: wenn mir das Gehen absolut keine Freude bereitet, und ich es nur tue, weil mir jemand sagt, dies wäre gut, dann wird der Effekt nicht so groß sein, als für jemanden der gern zu Fuß unterwegs ist.

Dann sollte ich entweder etwas am Gehen entdecken, was mir Freude macht – oder mich für eine Bewegungsart entscheiden, die mir Freude macht. Das bewirkt und verändert etwas in meinem Gehirn.

Im übrigen ist es leicht, Bewegung in den Alltag einzubauen.

Treppe statt Fahrstuhl
Ein Spaziergang für ein Gespräch
Eine U-Bahn-(Tram-)Station früher aussteigen
Vor oder nach der Mittagspause eine Runde ums Bürogebäude spazieren
Meinen Stadtteil entdecken wollen (oder eine andere Stadt zu Fuß erkunden)
…..

In der Summe hat alles eine große Wirkung.

Let’s Go