Rebalancing Intensiv Workshop 14.-16. September 2018

Im Rebalancing-Intensive Seminar vermitteln Rocky George James und Bernd Scharwies, wie sie den Faszien und den Klienten im Dialog begegnen.

„Different strokes for different folks“

Nicht das Interpretieren und Deuten und Verstehen lehrt Dich, einen Menschen zu begleiten und zu berühren.


Zunächst geht es darum, wahrzunehmen was ist. Der Mensch ist seine eigene Botschaft. Er will nicht gleich unsere eigene Interpretation aufgedrückt bekommen (bei der wir selbst im Zentrum stehen), sondern als er selbst gesehen und wahr-genommen werden. Hier beginnt die erste tiefe Berührung.

Jede Berührung kann mich unmittelbar für den Anderen öffnen, für das Neue und Unverfügbare in ihm, für das, was mir da entgegentritt.

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Ich nehme wirklich den Menschen wahr, wenn ich ihn „wahr“-„nehme“: ihn in seiner ureigensten Wahrheit sein lasse und annehme.

Im Workshop betrachten wir einzelne Situationen und Sitzungen jeweils im Zusammenhang eines vielschichtigen Systems, in deren Mitte Du stehst.

Weitere Informationen: Flyer hier downloaden

oder auf http://www.rebalancing.de

Warum der Mensch unbedingt angefasst werden sollte

Am 19.Mai 2018 erschien ein Artikel in der NZZ (Neue Züricher Zeitung) von Nicole Althaus und Regula Freuler.

Berührungen werden im Alltag mehr und mehr reglementiert, oft sogar bewusst vermieden: Schon lange vor der „Belästigungs-Debatte“ haben Berührungen ihre Unschuld verloren. Dabei findet die Forschung immer mehr Gründe für die Wichtigkeit von Berührungen.

Kindern den Körperkontakt zu verweigern, ist, als ob man ihnen den Sauerstoff verweigert. Und das ist kein esoterischer Nonsense, sondern beruht auf wissenschaftlichen Studien.
Francis McGlone

Ohne Berührung kein Leben

Von allen menschlichen Sinnen ist der Tastsinn der erste, der sich im Mutterleib entwickelt, und er ist der letzte, der vor dem Tod erlischt. Er ist das Fundament jeder Beziehung, der intimste aller Sinne und der einzige, ohne den der Mensch nicht leben kann.

Frühchen können ihre Umwelt schlechter erkunden, weil sie im Brutkasten weniger Hautkontakt zu Bezugspersonen bekommen als andere Säuglinge. Die Entwicklung der entsprechenden Nervenfasern können im Gehirn mit vielen Berührungen wieder ausgeglichen werden. Wer Babys, beim Wickeln oder Anziehen zusätzlich liebevoll berührt, entwickeln mit einem Jahr bessere visuelle und motorische Fähigkeiten. Vor einer Operation kann mittels guter Berührungen die Aufregung (oder der Stress) bei Patienten gesenkt werden

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70 Prozent der autistischen Kinder leiden laut einer Studie von Francis McGlone, unter einer sensorischen Wahrnehmungsstörung. Kinder mit einem Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivität nehmen taktile Reize weniger schnell wahr und können diese nicht verarbeiten. Die Kinder spüren sich manchmal nicht. „Berührungen sind für die Entwicklung von Kindern nicht optional, so wie ein Kaugummi oder ein Markenturnschuh, sondern überlebenswichtig“, sagt der Neurowissenschafter McGlone der John-Moores-Universität in Liverpool.

Der Tastsinn verbindet uns mit anderen Menschen und lässt uns die Welt „begreifen“. Berührungen schaffen Nähe, spenden Trost, schenken Sicherheit, kurz gesagt: sie gehen unter die Haut. Gerade weil sie so wichtig sind, hat ihnen die Evolution eine eigene «Nachrichtenleitung» eingebaut.

McGlone, der zu den führenden Forschern der taktilen Informationsverarbeitung gehört, erklärt deren Funktion so: Es gibt den schnellen Dienstweg über die A-alpha-Fasern, welche Signale von der Haut sofort ins Gehirn tragen und uns wissen lassen: Achtung, heiss! Oh, schön weich! Und dann gibt es neben den breaking news auch noch den langsamen, gefühlsbezogenen Dienstweg über die C-Fasern, welche die Informationen gewichten und aus der Flut an taktilen Informationen Berührungen herausfiltern und melden, die angenehm und für unser emotionales Leben wichtig sind<.

Unser Berührungsmeldewesen hat also eine spezielle Hotline, um liebevolle, tröstliche oder erotische Botschaften anderer Menschen aufzufangen.»
Zitat aus dem Zeitungsartikel

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Schmerzen werden durch achtsame Berührungen gelindert. Es werden betäubende Proteine und das Bindungshormon Oxytocin frei gesetzt. Menschen, die regelmässig liebevoll berührt werden, leben entspannter und gesünder. Berührungen, zum Beispiel mittels einer Massage von lediglich 20 Minuten pro Woche senkt nachweislich den Blutdruck und den Cortisolspiegel.

Berührungsangst im Alltag

Im öffentlichen Raum hat Berührung ihre Unschuld verloren. Die Schlagzeilen über Pädophile, publik gewordene Übergriffe, aber auch die jüngste #MeToo-Debatte lassen den Körperkontakt oft hinterfragen. Auch wenn er gar keine sexuelle Komponente hat.

Betroffen sind von dieser Berührungsangst im öffentlichen Raum vorab Personen, die beruflich mit Kindern und Jugendlichen oder aber mit dem Körper zu tun haben: Lehrer, Kindergärtnerinnen, Ärzte, Pfleger, Heimleiterinnen. Das Damoklesschwert des Übergriffvorwurfs schwebt stets über ihnen. Manchenorts hat das zur totalen Berührungs-Abstinenz geführt.

In dem Artikel beschreiben die Autorinnen das Dilemma:
„Kein Zweifel: Sexuelle Übergriffe und Gewalt werden nach jahrzehntelanger Duldung und Tabuisierung zu Recht offengelegt und angeklagt. Doch in öffentlichen Institutionen scheint das Pendel nun in die andere Richtung umzuschlagen: «Anstatt der offensichtlichen Gewalt werden ‹normale› körperliche Beziehungen in Schulen zunehmend mit einem Tabu belegt», heisst es in einem Arbeitspapier vom Februar 2017 des Vereins Profil Q. Es sei sogar schwierig geworden, das Thema anzusprechen, ohne selber in Verdacht zu geraten, auf der «falschen» Seite zu stehen.“

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Innere Kommunikation und Rebalancing

Unser Körper schenkt uns und anderen konstant Informationen bezüglich unserer Gefühle, Empfindungen und Gedanken. Diese immense Informationsfülle läuft auf einer „inneren“ Kommunikationsplattform ab.

Eine Form, der Bewusstwerdung, geschieht im Rebalancing mittels dem sogenannten Körperlesen, eine andere durch direkte Berührungen. Dies lässt den Klienten sich Selbst besser wahrnehmen und damit unmittelbar zusammenhängend eine Art der Selbstkompetenz entwickeln.

In unseren Rebalancing Ausbildungen entwickeln wir diese Wahrnehmungen der eigenen Körpersprache, und damit verbunden erkennen wir diese Zusammenhänge auch bei anderen Menschen.

Wir entwickeln bei den KlientInnen deren Fähigkeit, sich in ihren Hoffnungen, ihren Ängsten, ihren Ansprüchen, Bedürfnissen und Impulsen einzufühlen. Mit dem Ziel, dass sie direkter sich selbst und ihren eigenen echten Ausdruck im Leben entdecken. Sie erleben ihre eigene Fülle und Lebendigkeit. Sie erleben Ganzheit.

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In unseren Rebalancing Ausbildungen schulen wir Menschen zu Begleiterinnen einer „gefühlten Sprache“. Diese steht manchmal wortlos im Raum und zeigt sich über Empfindungen, Gefühle, Bewegungen oder subtile Impulse.

Unsere Kommunikation zwischen Gehirn und Körper findet jedoch durchgehend statt, auch wenn die verbale Ausdrucksweise oft limitiert ist oder erst verspätet Erklärungen nachliefert.

Alle TeilnehmerInnen lernen einen bewussteren Einblick in die Welt des Staunens, die wir im Rebalancing wieder und wieder beschreiten dürfen.

Einatmen, Innehalten, Ausatmen

Dankbarkeit

Eine neue Ausbildungsgruppe im Rebalancing hat begonnen. Das Thema lautet Inspiration. Die erste Sitzung im Rebalancing.

Inspiration leitet sich aus dem lateinischen Wort inspirare ab und heißt so viel wie „einhauchen“ oder „einatmen“. Heute am dritten Ausbildungstag unterrichtete Jan Schnurrbusch. Ich wollte eine Wanderung unternehmen, welche jedoch nach ca. einem Kilometer unterbrochen wurde, da ich auf folgendes Plakat stieß:

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Das nenne ich Inspiration; ein Geschenk. Das hätte ich nicht planen können. Das Geschenk des Atmens lässt uns direkt mit der Welt kommunizieren. Begriffe rund um den Atem dienen als bildhafte Sprache:

Atemberaubend – Mir stockt der Atem – Atemlos – Inspirierend

Unseren Atem können wir nicht einfangen, und wir können ihn auch nicht zurückhalten. Hören wir auf zu atmen, ist unser Leben zu Ende. Die Qualität der Atmung spiegelt uns die Qualität unseres Lebens.

Jepp Hein gibt uns Einblicke in seine Welt – in einer Ausstellung voller Sinneserfahrungen. Seh- Hör- und Tastsinn werden vielseitig mit einbezogen.

Eine inspirierende Erfahrung, von der meine Schüler und Klienten profitieren dürfen.

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Rebalancing ist getragen von Akzeptanz, Präsenz und dem Wissen, dass jeder Körper alles besitzt, was er für seine Heilung benötigt

Dem Menschen wird als Einheit von Körper, Geist und Seele begegnet. Rebalancing unterstützt die körpereigene Intelligenz, aktiviert die Selbstregulierungskraft und verbessert das Körperbewusstsein. Sie erfahren wie die Körperhaltung von Lebenshaltungen geprägt wird und wie beides verändert werden kann.

Nicht nur Symptome werden behandelt, sondern der Mensch wird als Einheit von Körper, Geist und Seele gesehen.

In unseren Ausbildungen werden die SchülerInnen psychosomatisch geschult und erfassen beim aufmerksamen Zuhören die seelischen Hintergründe und bringen diese durch sorgsames Körperlesen mit den somatischen Ursachen in Verbindung. Dann folgen die gezielten Körperberührungen. Ziel ist, den Körper wieder in seine natürliche Ausrichtung zu bringen und den Menschen im Idealfall von seinen Beschwerden zu befreien.

Sie erfahren in einer Rebalancing Behandlung, wie sich jeder Winkel Ihres Körpers mit Wärme füllt. Zur Behandlung von Schmerzen, speziell des Bewegungsapparates, ist Rebalancing ebenfalls geeignet, da es Verspannungen und die dadurch verursachte Schieflage ausgleicht.

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Vom Herzen durch die Hände

Körper- und Faszienberührungen sind nicht nur eine Frage der Technik. Deswegen sprechen wir in unseren Rebalancing Ausbildungen von Berührungs-Dialogen. Wir geben und empfangen Botschaften – als Begleiter und als Empfangende. Jeder Körper, also jeder Mensch ist e i n z i g a r t i g. So auch sein Gewebe.

Verschiedene Atem- und Herzmeditationen unterstützen mich darin, eine direkte Verbindung mit dem eigenen Herzen aufzunehmen. Von diesem Platz sich ausdehnend, spüren und berühren wir die Einzigartigkeit eines jeden Menschen und seiner Bedürfnisse.

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There is no body like your body

So entsteht eine Präsenz und eine Empathiefähigkeit, die nicht beurteilen oder verändern will, sondern mitfühlend wahrnimmt und akzeptiert.

Rebalancing, ausgeführt mit dieser Haltung, leitet einen Heilprozess in Bewegung.

Jeder freiwillige Austausch von Berührung sensibilisiert uns mehr für Liebenswürdigkeit, Geduld, Freude, Güte und Vertrauen.

Gesundheit ist möglich

Die Faszien entwickeln sich aus einem Keimblatt, dem Mesoderm, fortdauernd und intelligent zu wichtigen Körperstrukturen. Ausgehend vom Augenblick der Zeugung vereinigen, verbinden und durchdringen sie alles in unserem Körper.

Dieser Prozess des Entstehens, Reifens und Wachsens findet kontinuierlich bis heute in einem eigenen Rhythmus statt. Ich denke sagen zu können, dass dieser Rhythmus mit dem Zusammentreffen und Verschmelzen des Spermiums mit der Eizelle begann. Diese Grundbewegung ist die Basis für alle Bewegungen, die uns bis heute und bis zu unserem Tod hin begleiten, wie die ununterbrochenen Bewegungen des Meeres.

Diesen Körperrhythmus erfahren wir jederzeit. Am einfachsten über unseren Atem und unseren Herzschlag. Unsere Körperrhythmen passen sich den wechselnden äußeren Anforderungen an, sie gliedern diese ein und schaffen damit ein immer neu werdendes Gleichgewicht.

Damit es aufrechterhalten werden kann, bedarf es, dass wir den natürlichen Rhythmus zulassen. Im Wechsel von Entspannung und Anspannung, wohligen und unwohlen Gefühlen, Gedanken und Stille, festem und weichem Muskeltonus entfaltet sich unser Leben.

Analog finden wir diese Wechselbeziehungen in der Natur bei Ebbe und Flut, Sonnenauf- und Untergang, Sonnenschein und Regen oder den Jahreszeiten. Wir entdecken ein ununterbrochenes Wechselspiel zwischen Kommen und Gehen in allem, was lebt. Wir finden nichts in dieser Welt, das keinen Rhythmus hätte.

 

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Gesundheit ist hier und jetzt möglich. Wir brauchen dafür normalerweise keine außergewöhnlichen Behandlungs- oder Vorsorgemaßnahmen.

Ganz gleich, welchen Beruf wir ausüben, besteht Die größte Gefahr für uns darin, dass wir über eine zu lange Zeit etwas allein machen, ohne uns eingebunden zu fühlen. Es ist, als ob sich eine Zelle oder ein Organ aus dem abgestimmten Körper-Rhythmus löst. Das kann (irgendwann) in die Krankheit führen.

Im Bauch der Mutter sind wir in Resonanz mit ihr. Unser Leben beginnt normalerweise mit der Erfahrung von Harmonie. Wir sind im Einklang mit allem.

Bei unserer Geburt verlassen wir diesen Resonanzraum und betreten einen anderen, den der Welt, in der wir auch heute noch leben. Gelingt es uns, bewusst mit unserem Herzen in Verbindung zu sein, unserem wohl stärksten Impulsgeber, dann sind wir im Kontakt mit allen Herzen dieser Welt. Wir erleben unseren Eigenrhythmus und sind zugleich verbunden.

Unsere Verantwortung ist, unserem Körper und unser Seele, so, wie wie wir sind, auf kluge, achtsame und freundliche Art zu begegnen. Mit allen polaren Facetten:

Schönheit und Leiden
Verspannung und Aufrichtung
Ängste und Freuden.

Es ist nicht leicht, anzunehmen, was ist, aber es ist das einzige, worauf es ankommt.

Wenn uns das gelingt, erfahren wir, dass jedes Körpergefühl seinen Wert hat, und wir entdecken ein reiches Maß an Freiheit und Mitgefühl gegenüber jedem Körper, gegenüber jedem Menschen.

„Der Mensch ist ein Teil des Ganzen, das wir Universum nennen, ein in Raum und Zeit begrenzter Teil. Er erfährt sich selbst, seine Gedanken und Gefühle als abgetrennt von allem anderen – eine Art optischer Täuschung des Bewusstseins. Diese Täuschung ist für uns eine Art Gefängnis, das uns auf unsere eigenen Vorlieben und auf die Zuneigung zu wenigen uns Nahestehenden beschränkt.

Unser Ziel muss es sein, uns aus diesem Gefängnis zu befreien, indem wir den Horizont unseres Mitgefühls erweitern, bis er alle Wesen und die gesamte Natur in all ihrer Schönheit umfasst.“

Albert Einstein