Gelassenheit + Entwicklung

„Innere Bilder sind Verschaltungsmuster von Nervenzellen, die sich einmal herausgebildet haben und auf die man zurückgreifen kann.“, sagt Dr. Gerald Hüther. Demnach wirken sich unsere Einstellungen und Erfahrungen auf unsere Wahrnehmung aus, und wir beginnen, Dinge dementsprechend zu beurteilen.

Warum verwirklicht ein Mensch ein offensichtlich schädliches Muster immer wieder und hält in gewisser Weise daran fest?

Dr. Gerald Hüther führte eine scheinbar lächerliche Studie durch und entdeckte einen interessanten Geist-Körper-Zusammenhang. Es sollte wissenschaftlich belegt werden, dass sich Fasten positiv auf die Gesundheit auswirkt. Die Bedingungen waren für alle 300 Teilnehmer während der Fastenwochen gleich: ideale Umgebung, freundliches Personal, aufmerksame Betreuung……. Bei fünfzig Prozent der Teilnehmer war das Fasten wie erwartet erfolgreich. Ihnen ging es in vieler Hinsicht deutlich besser, psychisch wie körperlich, zum Beispiel im Hinblick auf ihre Blutwerte…… Bei den anderen fünfzig Prozent hatte sich dagegen kaum etwas verändert, zum Teil waren die Laborwerte sogar schlechter als zu Beginn der Studie. Auf den ersten Blick ein nichts sagendes Ergebnis, dann aber sah er genauer hin.
Es stellte sich heraus, dass die erfolglosen Teilnehmer mehr oder weniger unfreiwillig in der Klinik waren; sie nahmen nur teil, weil es die Krankenkassen so wollten…….
Mit dem Fasten hatten diese Teilnehmer also hauptsächlich Hunger und Verzicht verbunden, was sofort ein negatives Körperprogramm mit entsprechenden Reaktionen aktivierte, die einen Erfolg des Fastenprogramms sabotierten.

„Wissenschaft beruht auf Wissen. Kunst beruht auf Wissen. Magie beruht auf Wissen und so weiter und so fort. 
Es gibt dagegen nur eine Form von Weisheit, und sie beruht auf Liebe.“ Francisco Varela, Biologe

Die Beschäftigung mit dem Leben ist letztendlich eine Auseinandersetzung mit dem, was etwas in uns bewirkt.

Wir formen die eigene tägliche Wirklichkeit anhand der Sichtweise, aus der wir sie betrachten. Empfinden wir das Leben als schön, und betrachten wir aus dieser Haltung heraus die Welt, so werden wir auch viele Dinge und Menschen entdecken, die schön sind. Das gilt natürlich auch umgekehrt.

Auch unser Körper sagt neben unseren Handlungen sehr viel über unsere Einstellungen aus, da jeder urteilende Satz über uns selbst, über andere oder die Welt einen starken Effekt auf unseren Körper hat. Die Einstellungen, die dabei sprachlich zum Ausdruck kommen, finden ihre Entsprechung im Körper und sind für jeden ersichtlich, der Körperhaltungen lesen bzw. deuten will.

Wahrnehmung schafft Verbindung und somit die Anbahnung neuer Reize und schenkt uns immer wieder neue Gelegenheiten, auf diese angemessen und sogar immer wieder anders zu reagieren. Aus dem Dialog mit der Welt erfolgen Erfahrungen und Kenntnisse, die im eigenen System integriert werden und damit eine neue Wirklichkeit entstehen lassen.

Jede Einstellung, der wir begegnen, besitzt einen hohen Wert, weil sie uns das komplexe Leben verstehbar macht. Aber ob unsere Deutungen der Handlungen, Gesten oder Aussagen anderer „richtig“ sind, das wissen wir nicht.

Gestern las ich einen (für mich) interessanten Artikel in der Tagespost. Er hatte die Überschrift: „Wie ich lernte, das Virus zu lieben“ von Professor Christoph von Ritter. Ich werde einen Teil daraus zitieren, weil es mich daran erinnerte, wie sehr wir in der Welt miteinander verbunden sind, und uns darin weiterentwickeln dürfen. Dies betrifft unser Zusammenleben mit Menschen, mit unseren Körper, mit unserer Umwelt und natürlich auch jenes mit unseren Bakterien und Viren.

„……… Immunsystem als Lebensversicherung

Kritisch sollte man also den ängstlichen Versuch beurteilen, das – in Tat für manche tödliche – Risiko einer Virusinfektion durch komplette Isolation im Rahmen von Quarantäne-Maßnahmen in den Griff zu bekommen. Möglich und notwendig sind natürlich Schutzmaßnahmen, welche die Gefahren von Virusinfektionen eindämmen. Aber gleichzeitig sollte ein einvernehmliches, weil unvermeidliches Zusammenleben mit den Keimen das Ziel unserer Bemühungen sein. Wichtige Grundlage hierfür ist unser Immunsystem. Unser Immunsystem ist eine wunderbare Lebensversicherung! Ohne sie können wir nicht mit Viren, Bakterien und Parasiten auf dieser Erde zusammenleben. Das Immunsystem lernt ständig im Zusammenleben mit Erregern. 

Verzweifelte Einsamkeit

Wir sollten uns mit der Tatsache vertraut machen, dass im fortgeschrittenen Alter, das wir dank moderner Medizin erreichen, die Immunabwehr schwächer wird. Im Alter ist das Immunsystem nicht mehr so kompetent wie in unserer Jugend. Das liegt zum einen daran, dass das Knochenmark mit fortschreitendem Alter eine zunehmend geringere Anzahl von B-Lymphozyten bereitstellt.

Außerdem sind die B-Zellen beim Menschen über 60 Jahre weniger anpassungsfähig und produzieren weniger spezifische Antikörper gegen Antigene, die das Virus auf seiner Hülle immer neu bildet. Es ist deshalb ein vollständig natürlicher Vorgang, dass man im fortgeschrittenen Alter anfälliger wird und an einer Virusinfektion versterben kann! An der Tatsache, dass am COVID-19 alte Menschen versterben können, trägt kein Regierungsverantwortlichen irgendwelche Schuld. Selbst noch so ausgefeilte Quarantäne-Maßnahmen würden nichts daran ändern können, dass viele von uns im Alter an einer Virusinfektion versterben werden.

Im Gegenteil sind solche Maßnahmen geeignet, dem alten Menschen unnötig verzweifelte Einsamkeit zu bescheren. Den Immunkompetenten verwehrt die Quarantäne den Erwerb der natürlichen Immunität.

Lebenslange Wegbegleiter

Viren, Bakterien und Parasiten sind unsere lebenslangen Wegbegleiter. Wir sollten versuchen, einvernehmlich mit ihnen zu leben. Ja, sie werden uns überleben! Die Mehrheit in unserem Körper machen nicht die Körperzellen, sondern die Bakterien aus. Selbstverständlich können diese Bakterien uns sehr gefährlich werden: Wenn sie in unsere Blutbahn geraten, kommt es zu einer Blutvergiftung und ohne die Hilfe von Antibiotika können wir eine solche septische Infektion nicht überleben.

Aber andererseits sind wir auf unsere Bakterien, das Mikrobiom, angewiesen. Bakterien trainieren unser Immunsystem, helfen bei der Aufnahme von Einfachzuckern durch Aufspaltung von ansonsten unverdaulichen Nahrungsbestandteilen. Störungen der Darmflora durch natürliche Einflüsse oder Antibiotika werden in einen Zusammenhang mit fast alle Volkskrankheiten wie Diabetes, Übergewicht, Allergien, Reizdarm, ja Depressionen gebracht. Kaum einer bezweifelt trotz aller Risiken und Gefahren, die von Bakterien ausgehen können, den Nutzen des Mikrobioms für den Menschen. Die Forderung nach einer Darmsterilisation gehört definitv der Vergangenheit an. Ganz im Gegenteil zeigen Stuhltransplantationen mittlerweile bei einigen Krankenheiten wie der pseudomembranösen Kolitis erste Erfolge. Der zunehmend gelassene Umgang mit Bakterien sollte Vorbild für unsere Beziehung zu den Viren sein.

Solidarität mit Alten und Schwachen

Wie also soll und kann unsere Beziehung mit den Viren aussehen? Zunächst muss klar sein, dass wir jedes Jahr aufs Neue mit neuen oder zumindest veränderten Viren in Kontakt kommen werden. Das ist Teil der Natur und unseres natürlichen Lebensrisikos. Für ein einvernehmliches Miteinander mit den Viren bedarf es keiner staatlichen Zwangsmaßnahmen. Einfache Schutzmaßnahmen wie Händewaschen und vom potenziellen Virusträger Abstand halten sind für den ansonsten Gesunden ausreichend und drängen sich jedem vernünftigen Menschen ohne weitere Erklärung auf. Die Mehrheit der Bevölkerung kann so jedes Jahr jede Infektionswelle weitgehend unbeschadet überstehen und stärkt immer aufs Neue das Immunsystem durch den Kontakt mit dem Virus.

Aus Solidarität mit den Alten und Schwachen müssen wir die Schwachstellen unseres Gesundheitssystems nüchtern analysieren und dann angemessen angehen: ausreichende Ausstattung der Krankenhäuser auch für Krisenfälle speziell mit Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit, Anwerbung und Anstellung von mehr Pflegekräften und Ärzten mittels besserer Bezahlung und verbesserten Arbeitsbedingungen. Auf diese Weise würden die Milliarden, die panikartige Sofortmaßnahmen verschlingen, so eingesetzt, dass sie eine nachhaltige Wirkung erzielen könnten!

„Angst essen Seele auf“

Ja, ein nicht geringer Teil der derzeitig weltweiten Einschränkungen und Zerstörungen im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben werden weniger durch das COVID-19 Virus als durch unsere Angst verursacht. „Angst essen Seele auf“, titelte treffend Rainer Maria Fassbender schon im Jahr 1974. Wie ein roter Faden zieht sich die Ermahnung „Fürchtet Euch nicht!“ durch die Bibel. Angst macht den Menschen manipulierbar, liefert anderen die Erlaubnis, seine Freiheit einzuschränken. Mit Angst schränken wir selbst unsere Freiheit ein. Furchtlos Risiken im Leben anzupacken und gleichzeitig bescheiden seine Grenzen anzuerkennen, ist Voraussetzung für eine gedeihliche Beziehung des Menschen mit den Viren und der Natur im Allgemeinen.“ Professor Christoph von Ritter

Gerne sende ich Dir den gesamten Artikel aus „Die Tagespost“ per Mail zu.

Wie reagieren wir, in Zeiten wie diesen, in denen wir das Gefühl von Kontrolle verloren haben, da wir keinen aktiven Einfluss auf ein Ereignis, andere Menschen oder Situationen nehmen können?

Von Dr. Godehard Stadtmüller, ehemaligem Chefarzt der psychosomatischen Adula Klinik in Oberstdorf, habe ich gelernt, dass es vor allem unsere inneren Einstellungen sind, die uns „dabei helfen“, Wachstum und Gesundheit zu vermeiden.

Es könnte hilfreich sein, auch in Zeiten, wie diesen, unsere inneren Haltungen, Überzeugungen und Glaubenssätze kritisch auf ihre Tauglichkeit überprüfen. Die Positionen, die unrealistisch oder lebensfeindlich sind, obwohl sie wunderbar klingen, gehören über Bord geworfen. Es sei denn, wir wollen unseren Genesungsweg, d.h. ein Leben mit einem gewissen Grad an Gelassenheit, verhindern.

Wahrnehmung und Veränderung

Letzten Sonntag durfte ich noch in Thun die siebte Sitzung in unserer Rebalancing Ausbildung unterrichten. Heute, eine Woche später erinnere ich mich an das, was ich dort lehrte.

Wir interpretieren die Welt

Sicher nichts Neues; doch gerade aufgrund der vielen Informationen und Diskussionen um den COVID-19 Virus, vergesse auch ich gerne, dass wir die Welt und die Nachrichten, die wir aufnehmen, subjektiv wahrnehmen. D.h. wir nehmen die Welt nicht „an sich wahr“, also so wie sie ist, sondern immer durch unsere Sinnesorgane gefiltert.

Leben heißt wahrnehmen

Egal was wir betrachten: Das Bild / die Bilder welche(s) über die Augen an unser Gehirn vermittelt wird, wird dort nur teilweise ausgewertet. Wie genau, richtig und weitreichend dieses Erkennen stattfindet, ist abhängig von den bereits im Gehirn abgespeicherten Bildern, unserer inneren Wachheit und unserer Offenheit.

Unser Sehen und Erkennen wird sehr stark davon geprägt, was wir zu sehen meinen und / oder sehen wollen.

Unser Bewusstsein verwechselt das Abbild, wie es von unseren Augen an das Gehirn übermittelt wird, mit seinen eigenen Erinnerungen und Emotionen, die es sodann mit dem Abgebildeten verbindet.

In diesem Sinn sehen wir nicht die Wirklichkeit, sondern „nur“ unsere subjektive Realität. Unsere Idee bestimmt das Ergebnis. Worauf richtet sich mein Blick? Welche Idee / Erfahrung habe ich vom Leben?

Was siehst Du? Die neun Delfine?

Richtet sich mein Blick darauf, wie ich andere Menschen unterstützen darf? Auf die Beziehungsfähigkeit und das Gute im Menschen? Wie Kohärenz und Resilienz miteinander genährt werden können. Wie wir unser Herz öffnen und berührbar bleiben können? Oder wie ich in und mit der Krise noch schnell ein gutes Geschäft machen kann?

Ich will Matthias Horx, den Gründer des sog. Zukunftsinstituts mit Sitz in Frankfurt und Wien, zitieren. Er entwickelte mehrere Szenarien zu der Frage, wie sich unser Leben nach der Corona-Krise verändern wird. Er lädt zu einer Übung ein, die er „Regnose“ nennt, und zwar im Gegensatz zur Prognose. Er will „mit dieser Technik nicht in die Zukunft, sondern von der Zukunft aus zurück ins Heute schauen.

„Stellen wir uns eine Situation im Herbst vor, sagen wir im September 2020. Wir sitzen in einem Straßencafé in einer Großstadt. Es ist warm, und auf der Straße bewegen sich wieder Menschen. Bewegen sie sich anders? Ist alles so wie früher? Schmecken der Wein, der Cocktail, der Kaffee wieder wie früher, vor Corona? Oder sogar besser? Worüber werden wir uns rückblickend wundern?


Wir werden uns wundern, dass die sozialen Verzichte, die wir leisten mussten, selten zu Vereinsamung führten. Im Gegenteil: Nach einer ersten Schockstarre fühlten sich viele von uns sogar erleichtert, dass das viele Rennen, Reden und Kommunizieren auf allen Kanälen plötzlich zu einem Halt kam. Verzichte müssen nicht unbedingt Verlust bedeuten, sondern können sogar neue Möglichkeitsräume eröffnen. Das hat schon mancher erlebt, der zum Beispiel Intervallfasten probierte – und dem plötzlich das Essen wieder schmeckte.


Paradoxerweise erzeugte die körperliche Distanz, die der Virus erzwang, gleichzeitig neue Nähe. Wir haben Menschen kennengelernt, die wir sonst nie kennengelernt hätten. Wir haben alte Freunde wieder häufiger kontaktiert, Bindungen verstärkt, die lose und locker geworden waren. Familien, Nachbarn, Freunde sind näher gerückt und haben bisweilen sogar verborgene Konflikte gelöst. Die gesellschaftliche Höflichkeit, die wir vorher zunehmend vermissten, stieg an. Jetzt, im Herbst 2020, herrscht bei Fußballspielen eine ganz andere Stimmung als im Frühjahr, als es jede Menge Massen- Wut und -Pöbeleien gab. Wir wundern uns, warum das so ist.


Gleichzeitig erlebten scheinbar veraltete Kulturtechniken eine Renaissance. Plötzlich erwischte man nicht nur den Anrufbeantworter, wenn man anrief, sondern real vorhandene Menschen. Das Virus brachte eine neue Kultur des Langtelefonierens ohne Second Screen hervor. Auch die Messages selbst bekamen plötzlich eine neue Bedeutung. Man kommunizierte wieder wirklich. Man ließ niemanden mehr zappeln. Man hielt niemanden mehr hin. So entstand eine neue Kultur der Erreichbarkeit und Verbindlichkeit.


Menschen, die vor lauter Hektik nie zur Ruhe gekommen waren, auch junge Menschen, machten plötzlich ausgiebige Spaziergänge – ein Wort, das vorher eher ein Fremdwort gewesen war. Bücher lesen wurde plötzlich zum Kult. Reality Shows wirkten auf einmal grottenpeinlich. Der ganze Trivia- Trash, der unendliche Seelenmüll, der durch alle Kanäle strömte, verschwand zwar nicht völlig – aber er verlor rasend an Wert. Kann sich jemand noch an den Political-Correctness-Streit erinnern? Die unendlich vielen Kulturkriege um – ja, um was ging es da eigentlich?


Der große Technik-Hype ist vorbei. Wir richten unsere Aufmerksamkeiten wieder mehr auf die humanen Fragen: Was ist der Mensch? Was sind wir füreinander? Wir staunen rückwärts, wie viel Humor und Mitmenschlichkeit in den Tagen des Virus tatsächlich entstanden ist.


Jede Tiefenkrise hinterlässt eine Story, ein Narrativ, das weit in die Zukunft weist. Eine der stärksten Visionen, die das Coronavirus hinterlässt, sind die musizierenden Italiener auf den Balkonen. Die zweite Vision senden uns die Satellitenbilder, die plötzlich die Industriegebiete Chinas und Italiens frei von Smog zeigen. 2020 wird der CO2-Ausstoß der Menschheit zum ersten Mal fallen. Diese Tatsache wird etwas mit uns machen.

Nicht die Technik, sondern die Veränderung sozialer Verhaltensformen war das Entscheidende. Dass Menschen trotz radikaler Einschränkungen solidarisch und konstruktiv bleiben konnten, gab den Ausschlag: die human-soziale Intelligenz. Die vielgepriesene Künstliche Intelligenz dagegen hat in Sachen Corona nur begrenzt gewirkt.


Wenn das Virus so etwas kann – können wir das womöglich auch? Vielleicht war das Virus nur ein Sendbote aus der Zukunft. Seine drastische Botschaft lautet: Die menschliche Zivilisation ist zu dicht, zu schnell, zu überhitzt geworden. Sie rast zu sehr in eine bestimmte Richtung, in der es keine Zukunft gibt. Aber sie kann sich neu erfinden.


System reset. – Cool down! – So geht Zukunft.“ Matthias Horx

Rebalancing und Massage Ausbildung in Zeiten von Corona

Liebe Freunde der Rebalancing Schule,

Wie Ihr verfolgen auch wir von der Rebalancing Schule aufmerksam die Nachrichten über das Coronavirus und die daraus resultierende Infektion COVID-19 und passen uns der sich entwickelnden Situation an.
Wir achten die Gesundheit und das Wohlbefinden aller, die mit uns zusammenarbeiten: Unsere SchülerInnen, Lehrer, Assistenten und Mitarbeiter.  

Einige unserer Veranstaltungen werden verschoben. In Bayern und der Schweiz sind unter anderem alle Schulen und Lehrveranstaltungen bis zum 20.4. geschlossen worden bzw. wurden abgesagt. – Bitte informiert Euch auf der Website über aktuelle Informationen zu einer bestimmten Veranstaltung. Wir glauben daran, dass ein entschiedenes Handeln jetzt die Gesamtintensität und -dauer von Einschränkungen minimieren wird.

Wir gehen davon aus, dass wir unser Ausbildungsprogramm auch dieses Jahr durchführen werden. Es ist allerdings möglich, dass sich der Ausbildungsstart z.B. um einen Monat verschieben wird. Wir werden ausreichend alternative Termine anbieten, sollte einer oder mehrere Level verschoben werden. 

Diese Krise bringt uns alle näher zusammen und macht uns die Schwäche -sowohl unserer eigenen Körper als auch unserer menschlichen Strukturen bewusst. Die Nähe und die Verbindungen in der Körperherapie und das gegenseitige Zusammensein wird mehr denn je erforderlich sein, sobald die Notwendigkeit des „Abstand haltens“ aufgehoben wird. Auch deshalb sind weiterhin für dich da.

In einer Krise wie dieser, kann es vorkommen, in „Panik“ zu geraten, aber vermeide es, so gut du es kannst, „einzufrieren“. Sanfte Bewegungen des Körpers sind eine einfache Möglichkeit, mentalen und physischen Stress zu lindern. Auch ein Spaziergang oder gute Gespräche (zur Zeit mit einem ausreichenden Abstand oder über Telefon) kann eine willkommene Erholung von den Nachrichten bieten.

Weitere Unterstützung für Dein Immunsystem: ausreichend Schlafen, ausreichend Trinken (Wasser, Zitronenwasser, Kokoswasser, Kräutertees….). Naturnahe, antivirala, vitalstoffreiche Ernährung etc.

Wir von der Rebalancing Schule versuchen weiterhin sichere und inspirierende Aus- und Fortbildungen anzubieten. In diesem Sinne hoffen wir auf Eure Unterstützung in dieser schwierigen Zeit. Wir werden laufend über weitere Beiträge über die weitere Entwicklung berichten.

Natürlich ist die Existenz unserer kleinen Schule, die auch Verantwortung für Existenzen trägt, vom Interesse und auch von der Solidarität unserer TeilnehmerInnen abhängig. Dabei wollen wir niemanden zur Last fallen in dem jetzigen Schwebezustand, denn alle Menschen in unserer Gemeinschaft sind durch die neuen Umstände mehr oder weniger belastet. 
Als Selbstständige sind wir jedoch alle (formell) vollständig auf uns selbst gestellt und müssen unseren Gesamtetat aus dem Schulbetrieb finanzieren. 
Bei so einer Krise sind wir auch auf das Wohlwollen und die Geduld der Auszubildenden und Ausbildungs-InteressentInnen angewiesen. 

Je nachdem wie lange wir keine Seminare anbieten dürfen, (es werden eventuell weitere Kurse ausfallen) informieren wir zeitnah über mögliche Alternativangebote. 

Unsere bewährte Lösung für Nichtteilnahme bei Kursen, das Nachholen an beliebigen anderen Terminen anzubieten, wird weiter Verwendung finden. 
Wir werden ausreichend Ersatztermine anbieten, die an keine Zeitfrist gebunden sein werden. 

In diesem Moment der Krise, in der Pandemie die wir miteinander erleben, sind wir stärker denn je herausgefordert Nähe und Verbundenheit zu zeigen. 
Wir können uns zwar aufgrund der Gefahr der Ansteckung physisch nicht nah kommen, aber wir können uns, mittels Hilfe, guter Gedanken, Gesten und Gebete/Meditationen in einen Moment der Nähe er-leben. Auch dies ist dann ein Modus der Nähe. Wir sind einander die Nächsten. 

Wir sind da. Wir werden weiter unsere Aus- und Fortbildungen anbieten. Bitte melde dich jederzeit bei uns per Mail, wenn du irgendwelche Fragen zu deiner Anmeldung, oder zu anderen Themen Gesprächsbedarf hast.

Wir wünschen Dir trotz allem eine spirituell getragene Fastenzeit und freuen uns auf ein Wiedersehen! 

Passe auf Dich und andere auf und bleibe gesund.

Liebe Grüße im Namen der Rebalancing Schule München
Ihr / Euer Bernd Scharwies

Inspiration oder Manipulation

Fast täglich erreichen mich Mails mit Botschaften wie die folgenden: „Letzte Chance – Dein Marketing 2020 in einem Wochenende“, oder „Erfüllender Massageberuf – Letzte Chance …. Wenn du noch nicht da bist, wo du gerne sein möchtest, gibt es keinen Grund zu warten“ oder „Das Leben ist zu kurz, um zu zögern.“

Um Einfluss auf mögliche Klienten, Seminar- oder Ausbildungsteilnehmer nehmen zu wollen, werden zwei Verkaufs-Methoden eingesetzt: Manipulation und Inspiration! Ich will dir beide Methoden heute grob vorstellen – und du darfst neugierig sein, ob dich diese auch ansprichen.

Die Manipulation ist eine Taktik die funktioniert und weit verbreitet ist. Spielwiesen der Manipulation sind Preisnachlässe, Gruppen- oder Zeitdruck, (Geschenk-) Aktionen, das Ansprechen von Ängsten, Wünschen und Sehnsüchten. Die Manipulation wird i.d.R. von Therapeuten, Instituten, Schulen oder Firmen eingesetzt, die sich nicht bewusst darüber sind, warum potenzielle Klienten oder Teilnehmer ihnen die Treue halten könnten. Manipulation ist (zumindest kurzfristig) erfolgreich, hat aber seinen Preis.

So locken als Beispiel die Botschaften der oben genannten Mails mit Versprechen, bestimmte Ziele oder Leistungen mit diesen Seminaren schneller zu erhalten. Natürlich kann das niemand ernsthaft versprechen – allein deshalb handelt es sich um eine Manipulation. Uns wird etwas versprochen, etwas zu erreichen, was wir sein oder haben wollen.

Wen sprechen solche Wunschbotschaften an? In der Regel Menschen, die Erfolg ohne Disziplin wollen. Oder Personen die nicht daran glauben, dass sie ohne Hilfe fähig sind, ihre Träume zu verwirklichen. Auch verunsicherte Menschen, die den Zugang zu den Ihnen eigenen Qualitäten verloren haben. Langfristig enden solche kurzfristigen Antworten leider langfristig in Enttäuschungen. Denn was alle Anbieter verschweigen, dass bestimmte Faktoren, wie z.B. Displin erforderlich sind, um auch deren Programme umzusetzen.

Manipulation oder Inspiration ?

Unbestreitbar funktioniert das Prinzip der Manipulation. Jedoch hat es gravierende Nachteile. Sie hat keine Kliententreue zur Folge. Auch ist der Preis sehr hoch. Sie erhöhen das Stressniveau des Anbieters und des „Käufers“. Sie bilden auch keine Grundlage für Inspiration und Treue. Es ist anstrengend pausenlos neue Aktionen / Strategien zu entwickeln. Manipulation hat Erfolg, aber ist kostspielig.

Erfolg ist ein Nebeneffekt des Gelingens

Ein Vorhaben gelingt, wenn sich das, was zu seiner Realisierung gebraucht wird, in günstiger Weise zusammenfügt. Z.B. die Umsicht und Achtsamkeit, aber auch Leichtigkeit und Freude, das spielerische Ausprobieren, Phantasie und Kreativität an dem, was du tust gehören dazu. Eine Prise Demut sollte dabei auch nicht fehlen.

Gelingen ereignet sich und lässt sich nicht erzwingen, wenn sich alles gut zusammenfügt. Es funktioniert nur gemeinsam. Deswegen unterscheidet sich das Gelingen vom Erfolg. “Das Gelingen hängt immer von etwas ab, das außerhalb unserer Macht liegt und sich deshalb auch nicht nur durch eine eigene Anstrengung herbeiführen lässt.” Gerald Hüther

Vertrauen ist nicht leicht zu haben

Vertrauen schafft Inspiration

Für den Aufbau langfristiger Vertrauensverhältnisse bietet die Manipulation keine Hilfe. Dafür benötigst Du Inspiration. Bei Inspiration handelt es sich um ein Geschenk. Wertschätzende Kommunikation und Gelassenheit bilden die Basis um einen treuen Klientenstamm aufzubauen. Dies reduziert Kosten und lässt ein beiderseitiges Gefühl von Verbundenheit und Sicherheit entstehen. Inspirierte Klienten und Seminarteilnehmer werden keine Marktvergleiche anstellen. Sie vertrauen dir. Sie kommen allein deshalb wieder, wenn sie es als notwendig erachten. Vertrauen ist nicht leicht zu haben. Manipulation dagegen schon.

Wertschätzende Begegnungen mit einer gesunden Mischung aus theoretischen Hintergrundwissen, würdevolle Gemeinschaft, achtsame und liebevolle Berührung, Lachen, Bewegung und das Wissen um dein „Warum“ stärken die Inspiration.

Touching (from) the heart

Menschen in Ihrer Tiefe berühren ……

In unseren fortlaufenden Workshops, Aus- und Fortbildungen stellt sich JEDEM Teilnehmer die folgende Frage :

Was berühre ich, wenn ich einen Körper berühre?

Einzigartigkeit!
Jeder Mensch ist einzigartig.
Jeder neue Moment in unserem Leben ist einzigartig.
Dies ist keine neue Erkenntnis. Daraus folgt :

Wie gelingt es, diese Wahrheit in meine Berührungen zu integrieren, dass das Innerste dieses Menschen sich einzigartig erkannt fühlt?


Touching (from) the heart beschreibt einen Weg, der direkt das Innerste eines Menschen berührt. Über den Körper, das Wissen, den Verstand und die Technik hinaus – hinein ins Zentrum unseres Seins – einer Art Zustand, der schon i m m e r gegenwärtig war und jederzeit auf Begegnung wartet.

Anfänger und Fortgeschrittene mögen mit ihren Methoden an Grenzen stoßen. Prozesse stagnieren, beim Begleiter oder dem Klienten. Welche Impulse lassen, tiefer liegende Muster erkennen und auflösen? Jede „Flucht in ein mehr“ (z.B. an Techniken oder Handlungen) wird wegführen von inneren Lösungen, die in einem jeden von uns darauf warten, gepflückt zu werden.

Auf – Lösungen sind jederzeit möglich. Sie sind schon vorhanden. Die einzige Frage lautet: Bist Du bereit JA zu sagen, zu dem was ist?

Es braucht nicht mehr.

Gesprächs-, Körpers- oder Faszien- DIALOGE bieten Lösungen.

BERÜHRUNGEN aus der (und in die) Tiefe WIRKEN!

Touching (from) the heart
Wir schulen bewusste tiefe Faszien-Berührungen. Diese kommunizieren direkt mit dem Nervensystem – und nähren und integrieren bewusst/unterbewusst die GANZHEIT der Berührten.

Berührungen bieten relevante Chancen sich selbst und andere Menschen neu, d.h. bewusster wahr- und anzunehmen. Sie verdeutlichen unsere Verbindung zu unserer Umwelt, erhöhen unsere Wahrnehmungsfähigkeit, erweitern unser Spür-Bewusstsein und stimulieren unser HERZ und Gehirn.

Jeder Mensch ist in der Lage, Berührungen in ihren unterschiedlichen Bedeutungen und Qualitäten wahrzunehmen und zu geben. Dies ist der Intelligenz unserer Haut geschuldet, worüber noch extra zu berichten sein wird.

Die nächsten Workshops und Fortbildungen findest Du auf www.rebalancing.de

Wunder geschehen

„Was vor uns liegt und was hinter uns liegt, sind Kleinigkeiten im Vergleich zu dem, was in uns liegt. Und wenn wir das, was in uns liegt, nach außen in die Welt tragen, geschehen Wunder.“
Henry David Thoreau


Ich wünsche Euch allen, dass das Licht der Weihnacht Euer Herz erleuchtet hat.

Auf das zurückliegende Jahr blicke ich mit Dankbarkeit. Eugen Ionesco schrieb: „Wir glauben Erfahrungen zu machen, aber die Erfahrungen machen uns.“ Welche Erfahrungen prägten mich 2019? Die Bereitschaft mich verändern zu lassen; Den Empfang von Gnade; Das Geschenk des Vertrauens; Die Demut, um Hilfe zu bitten; Die Erfahrung von Begegnungen, Das Dienen in Wachheit und Achtsamkeit und die Entscheidung von einem Leben in mehr Freiheit.

Ich bin dankbar für das Vertrauen, dass mir Menschen entgegen bringen. Dafür, dass ich Menschen begleiten darf, damit sie sich Ihrer vielfältigen Fähigkeiten bewusster zu werden. Dankbar für den „Erfolg“. Dieser Erfolg besteht, nach Benjamin Zanders Vision, nicht darin Reichtum und Macht zu erlangen, sondern misst sich daran, „wieviele leuchtende Augen ich um mich herum“ erleben darf. Mir ist bewusst, dass nicht „ich“ dies alles „schaffen“ konnte. Ich durfte Empfänglichkeit lernen.

Immerfort

Immerfort empfange ich mich aus Deiner Hand.
Das ist meine Wahrheit und meine Freude.

Immerfort blickt Dein Auge mich an
und ich lebe aus Deinem Blick.
Du mein Schöpfer und mein Heil.


Romano Guardini

Ich wünsche einem jedem von Euch für 2020, die Erfahrung und das Vertrauen in dieses „Empfangen“, sowie den Mut in die stetig stattfindende Veränderung, welche das reichhaltige Leben uns Tag für Tag bietet.

Mögen wir alle, den Mut besitzen, das Wunder zu leben. Dass „das, was in uns liegt, nach außen in die Welt“ getragen werden kann. Indem wir einander einladen, ermutigen und inspirieren. Ich freue mich auf ein Wiedersehen, sei es in meiner Praxis, in einer Fortbildung, Supervision, Seminar oder in einer der Ausbildungsgruppen.

Ein gesegnetes gutes neues Jahr 2020 wünscht Euch

Bernd Scharwies

Körper-Seele-Geist Einheit

„Unser Bewusstsein ist partnerschaftlich zwischen Gehirn und Körper angelegt: Das Gehirn berichtet von der Außenwelt, der Körper von der Innenwelt, und das Nervensystem ist der Vermittlungspartner zwischen diesen beiden.“
Antonio Damasio

Der Neurowissenschaftler Antonio Damasio beschrieb ausführlich, auf welche Weise unser Körper mit unserer Psyche kommuniziert. Er unterscheidet neurologisch zwischen Gefühlen und Emotionen.

Emotionen sind in diesem Zusammenhang körperliche Reaktionen, die der Aufrechterhaltung der Homöostase dienen: körperliche Reaktion, Rückzug und Bewegung. Damasio benennt ein Beispiel: „Haben wir ein Gefühl von Angst, wird unser Herz zu rasen beginnen, unser Mund wird trocken, unsere Haut wird blass und unsere Muskeln ziehen sich zusammen. Diese emotionale Reaktion erfolgt automatisch und unbewusst.“

Unser Gehirn formt diese körperlichen Emotionen in mentale Gefühle (um), indem es ihr eine Wertigkeit zuweist. „Gefühle“, sagt Damasio, „treten erst auf, nachdem wir uns in unserem Gehirn der körperlichen Veränderungen [der Emotionen] bewusst geworden sind; dann erst erleben wir das Gefühl der Angst“. „Und Schmerz“, erklärt er weiter, „muss als ein Gefühl behandelt werden“. Dies impliziert die besondere mentale Bedeutung bei der Schmerzerfahrung.

Dies betrifft j e d e Schmerzerfahrung

Der australische Physiotherapeut Mark Bishop, forschte darüber, wie die Erwartungen der Patienten/Klienten die Ergebnisse der manuellen Therapie beeinflussen.

In einer Vergleichsstudie mit 400 Rücken-Schmerzpatienten, zwischen den Methoden der Wirbelsäulenmanipulation und der Wirbelsäulenmobilisation, wurde zusätzlich eine „therapeutische Berührung“ angewandt, bei der die Therapeuten einfach „ihre Hände auf oder in die Nähe des Körpers des Patienten legen mit der Absicht zu helfen oder zu heilen“. „Überraschenderweise“ war die therapeutische Berührung nach Abschluss der sechsjährigen Studie diejenige Behandlung, die von den Teilnehmern am meisten gewünscht und von der sie sich am meisten Hilfe bei ihren Schmerzen erwartet haben.

In weiteren Studien über Hals-, Schulter- und Lendenwirbelsäulenbeschwerden war die generelle Genesungserwartung der Patienten/Klienten der wichtigste Indikator für die Genesung; sie ist stärker als die verwendete therapeutische Methode, die Erfahrung des Arztes oder andere Faktoren.

Vor diesem Hintergrund, sind laut Bishop, unsere Fähigkeiten, eine gute Zusammenarbeit wahrscheinlich wichtiger für die Schmerzheilung als irgendeine bestimmte Methode oder Therapie.

Beeindruckend auch ein weiteres Forschungsergebnis:
Die Methode ist wichtig, aber besonders auf der Seite der Therapeuten: wenn die Therapeuten eine starke Vorliebe für eine bestimmte Behandlung hatten, dann führte diese Behandlung zu deutlich besseren Ergebnissen, unabhängig davon, welche Art von Behandlung angewandt wurde.