Dein Körper kommuniziert – immer

Dein Körper ist ein Gefühlskörper. Das wird offensichtlich bei Menschen, die dir vertraut sind. Augenblicklich erkennst du, wie sich dein Gegenüber fühlt. Woran? Anhand der Körperhaltung, der Mimik, der Bewegungen und der Stimmlage deines Vertrauten. Nicht anders verhält es sich in einer Behandlungssituation. Deine Körperhaltung, Mimik und die Stimmlage bieten eine gute Orientierung, um sich einzufühlen und ein größeres Bild zu betrachten. Mit dem „Körperlesen“, werden Wertschätzung dir gegenüber ausgedrückt. In deinem Leben benötigst du die Augen eines Gegenüber, um dich selbst besser zu erkennen. Dies gelingt leichter, sofern es auch dir gelingt deine Stärken, Potentiale und Möglichkeiten zu erkennen. 

„Schon komisch. Wir können uns nur von außen sehen, dabei passiert fast alles innen.“
Charles Mackesy

In meiner Praxis begegnen mir regelmäßig die negativen Auswirkungen von langanhaltenden emotionalen Stress. Zu den häufigsten emotionalen Merkmalen gehören das Unterdrücken und / oder Verdrängen der eigenen Gefühle. Die übertriebene Sorge um die Bedürfnisse anderer Menschen aus der unmittelbaren Umgebung – seien diese körperlicher oder emotionaler Art, sind weitere Merkmale und führen zur Vernachlässigung der eigenen Körperwahrnehmung, sowie der eigenen emotionalen oder körperlichen Bedürfnisse. Diese werden nicht wahrgenommen oder ignoriert. Fast jedes Organ in deinem Körper kann auf Dauer, aufgrund des unbewussten Umgangs mit den eigenen Bedürfnissen, gesundheitlich in Mitleidenschaft gezogen werden.

Dass die Art und Weise wie du deinen Gefühlen begegnest und wie du KörperGeistSeele Konflikte bewältigst, einen Einfluss auf deine Gesundheit hat, wurde und wird in der „konventionellen“ Medizin kaum berücksichtigt. Dabei sind körperliche Beschwerdebilder eine Möglichkeit deiner KörperSeeleGeist Einheit (vor allem bei chronischen Beschwerdebildern), um Aufmerksamkeit zu erhalten. Solltest du dir selbst (oder deine Umgebung dir) keine Aufmerksamkeit schenken, erledigt dies dein Freund (dein Körper) für dich. Dies ist eine unbewusste Bewältigungsstrategie. Wenn du dich in diesem Muster wieder entdeckst, solltest du dir keinen Selbstvorwurf machen. Denn die Ursachen für dieses Verhalten liegen weit zurück. Die erlernten und erfahrenen Strategien, hast du dir meist in deiner Kindheit angeeignet. Dies ist auch der Grund, weshalb jeder Mensch anders auf internen und externen Stress reagiert. Es ist ein Ergebnis der individuellen Reaktion.

Dankbarkeit gegenüber deinem Körper ist der bessere Weg. Denn dein Körper ermöglicht dir zu lernen, auf dich zu achten und dich mehr wertzuschätzen. Es ist der Beginn eines Weges, der zur KörperSeeleGeist Gesundheit führt. Dein Körper bildet eine Einheit, mittels der Psyche, deinem Nerven-, Immun- und Hormonsystem. Es sind keine getrennten Systeme. Erst im ihrem Zusammenspiel schützt diese Einheit vor inneren und äußeren Störungen.

„Emotionen sind sehr wichtig, denn sie interpretieren die Welt für uns. Sie besitzen eine Signalfunktion, die uns über unsere inneren Zustände informiert, wenn diese durch äußere Reize beeinflusst werden.“
Dr. Gabor Maté


Werde der du bist

Es benötig eine innere Bereitschaft, um dich und dein Inneres besser wahrzunehmen. Übernimm Verantwortung und suche nicht die Schuld bei anderen oder im Außen. Tägliche Achtsamkeit- und/oder Meditationsübungen sind ein guter Start. Dafür bedarf es nur einige Minuten am Tag. Lasse dich auf körpertherapeutische Begleitung wie z.B. Rebalancing ein, um die Sprache deines Körpers zu verstehen. Rebalancing unterstützt dich darin, dich selbst kennenzulernen. Es korrigiert deine Sicht auf dich, auf andere und auf manche Dinge in deiner Welt. Bewege regelmäßig deinem Körper – sei es in die Natur oder mittels Yoga, Tanz oder ähnlichen körperzentrierten Methoden. Dies neuen Erfahrungen gestalten dich.

„Wir glauben Erfahrungen zu machen, aber Erfahrungen machen uns.“
Eugen Ionesco

Aus meiner Erfahrung ist es hilfreich, zumindest am Beginn, alles was dir an dir und deinen Reaktionen auffällt aufzuschreiben. So beginnst du deiner eigenen Wahrheit ins Gesicht zu schauen. Was funktioniert in deinem Leben und was nicht? Was benötigt mehr Gleichgewicht? Wo weichst du aus? In welchen Situationen verstummst du oder traust dich nicht zu sprechen? Wenn du Körperreaktionen wahrnimmst: was ist unmittelbar davor geschehen? Wie deutest du diese? Etc. Ohne diese Aufmerksamkeit bleibt vieles aus deinem Innerem im Unbewussten – im Verborgenen. Welche Botschaften in dir suchen Beachtung? Der Weg der Selbstannahme und Selbstliebe ist manchmal lang. Alles in dir möchte geliebt werden.

Werde der du bist. Lebe dein Leben gemäß deiner tiefsten Wahrheit. Suche deinen eigenen Weg, zu Sein. Dein Körper ist ein treuer Begleiter, der dir dein ganzes Leben lang dient. „Es gibt nichts zu verlieren, außer deiner Angst,“ sang einst Rio Reiser. Möge es dir gelingen.