Dankbarkeit.2020

„Ich bin überzeugt, dass das größte Geschenk, das ich von jemandem bekommen kann, besteht darin, von ihm gesehen zu werden, von ihm gehört zu werden, von ihm verstanden zu werden und von ihm berührt zu werden. Das größte Geschenk, das ich weitergeben kann, ist, einen anderen Menschen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren. Wenn dies gelungen ist, empfinde ich, dass ein guter Kontakt zustande kam.“ Virgina Satir

2020 ist vorbei. Wie schaue ich auf dieses Jahr? Lockdown. Angst. Hoffnung. Verunsicherung. Maßnahmen. Toleranz. Masken. Umsicht. Vergebung. Hoffnung. Demut. Dankbarkeit!

Dankbar. In einem Jahr des „harten“ Lockdowns, der Grenzschließungen und der vielen politischen Entscheidungen und Verordnungen. Im April/Mai zweifelte ich an einer Möglichkeit einer Ausbildungsgruppe. Terminabsagen unsererseits, Verschiebungen und Vertröstungen häuften sich. Sollte es das erste Jahr seit über 25 Jahren sein, in dem keine Ausbildungsgruppe stattfinden wird? Glücklicherweise öffneten sich Mitte Juni nicht nur die Grenzen. Auch die Verordnungen wurden gelockert. Dank des Vertrauens der vielen TeilnehmerInnen und der gegenseitigen hohen Flexibilität konnten sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland zwei Ausbildungsgruppen starten. Und die Ausbildungsgruppe des Vorjahres konnte weitergehen. Der Nebel lichtete sich.

Dankbar, weil ich wieder und wieder erleben durfte, wie wichtig der liebevolle Umgang der TeilnehmerInnen mit sich selbst, mit den anderen Teilnehmern und mit anderen Beteiligten (z.B. in den Seminarhäusern), weiter ausgebildet wurden. Wie wesentlich, gerade in der jetzigen Gegenwart, um unsere (auch berufliche) Zukunft human, lebendig und mit Freude zu gestalten. 

Dankbar für den Abschluss der 13 Schweizer TeilnehmerInnen (in der Schweiz durfte und darf unterrichtet werden) im Dezember, kurz vor Weihnachten. Dankbar. Für die Gastfreundschaft des Lasalle Hauses, das uns kurzfristig und großzügig ihre Räume in einer würdigen Umgebung zur Verfügung stellten. Hoch oben, über den Nebelfeldern, und damit im gewissen Sinn, auch entfernt von den „weltlichen“ Sorgen, durften wir Verbundenheit in einer Gemeinschaft erfahren. Dankbar. Sichtbares sich gegenseitig stärken, einander helfen und freudig inspirieren lassen, von den einzigartigen Potentialen einer/s Jeden.

Wer immer von Ihnen/Euch einmal in den Genuss kommen darf, sich von diesen (oder anderen ehemaligen) TeilnehmerInnen berühren zu lassen, darf sich freuen. Denn wir begegnen uns selbst sowie unseren Bedürfnissen in den erfahrenen Berührungen. Und entdecken Lebendigkeit. In unserer Lebendigkeit begegnen wir dem Wesen des Lebens. Der Veränderung. Der liebevolle Umgang mit mir selbst, ist die Basis für unsere Lebendigkeit. Wir alle dürfen uns täglich darin üben.

Ich wünsche Ihnen/Euch auch 2021 diese Erfahrung von Lebendigkeit, trotz aller widrigen äußeren Umstände. Lebendigkeit führt zur Dankbarkeit.

Herzliche Grüße
Bernd Scharwies