Körper-Seele-Geist Einheit

„Unser Bewusstsein ist partnerschaftlich zwischen Gehirn und Körper angelegt: Das Gehirn berichtet von der Außenwelt, der Körper von der Innenwelt, und das Nervensystem ist der Vermittlungspartner zwischen diesen beiden.“
Antonio Damasio

Der Neurowissenschaftler Antonio Damasio beschrieb ausführlich, auf welche Weise unser Körper mit unserer Psyche kommuniziert. Er unterscheidet neurologisch zwischen Gefühlen und Emotionen.

Emotionen sind in diesem Zusammenhang körperliche Reaktionen, die der Aufrechterhaltung der Homöostase dienen: körperliche Reaktion, Rückzug und Bewegung. Damasio benennt ein Beispiel: „Haben wir ein Gefühl von Angst, wird unser Herz zu rasen beginnen, unser Mund wird trocken, unsere Haut wird blass und unsere Muskeln ziehen sich zusammen. Diese emotionale Reaktion erfolgt automatisch und unbewusst.“

Unser Gehirn formt diese körperlichen Emotionen in mentale Gefühle (um), indem es ihr eine Wertigkeit zuweist. „Gefühle“, sagt Damasio, „treten erst auf, nachdem wir uns in unserem Gehirn der körperlichen Veränderungen [der Emotionen] bewusst geworden sind; dann erst erleben wir das Gefühl der Angst“. „Und Schmerz“, erklärt er weiter, „muss als ein Gefühl behandelt werden“. Dies impliziert die besondere mentale Bedeutung bei der Schmerzerfahrung.

Dies betrifft j e d e Schmerzerfahrung

Der australische Physiotherapeut Mark Bishop, forschte darüber, wie die Erwartungen der Patienten/Klienten die Ergebnisse der manuellen Therapie beeinflussen.

In einer Vergleichsstudie mit 400 Rücken-Schmerzpatienten, zwischen den Methoden der Wirbelsäulenmanipulation und der Wirbelsäulenmobilisation, wurde zusätzlich eine „therapeutische Berührung“ angewandt, bei der die Therapeuten einfach „ihre Hände auf oder in die Nähe des Körpers des Patienten legen mit der Absicht zu helfen oder zu heilen“. „Überraschenderweise“ war die therapeutische Berührung nach Abschluss der sechsjährigen Studie diejenige Behandlung, die von den Teilnehmern am meisten gewünscht und von der sie sich am meisten Hilfe bei ihren Schmerzen erwartet haben.

In weiteren Studien über Hals-, Schulter- und Lendenwirbelsäulenbeschwerden war die generelle Genesungserwartung der Patienten/Klienten der wichtigste Indikator für die Genesung; sie ist stärker als die verwendete therapeutische Methode, die Erfahrung des Arztes oder andere Faktoren.

Vor diesem Hintergrund, sind laut Bishop, unsere Fähigkeiten, eine gute Zusammenarbeit wahrscheinlich wichtiger für die Schmerzheilung als irgendeine bestimmte Methode oder Therapie.

Beeindruckend auch ein weiteres Forschungsergebnis:
Die Methode ist wichtig, aber besonders auf der Seite der Therapeuten: wenn die Therapeuten eine starke Vorliebe für eine bestimmte Behandlung hatten, dann führte diese Behandlung zu deutlich besseren Ergebnissen, unabhängig davon, welche Art von Behandlung angewandt wurde.