Nicht Innen Nicht Außen

„Die abendländische Grenze zwischen dem Innen (privat, geheim, unterschließbar, heilig) und dem Außen (offenbar, messbar, veränderbar, ermordbar) ist endgültig gefallen“

Andreas Weber

Das Leben eines jeden Menschen ist
untrennbar mit dem Leben der Welt verwoben;
der Klient der die Praxis besucht und de
wahrgenommen und berührt wurde,
wird die Praxis in einer anderen Wahrnehmung verlassen.

Die Welt und der Mensch – weitergehend –
die Welt und die Lebewesen befinden sich
im gegenseitigen Wechselspiel.

Der Mensch und seine Umgebung,
wie er sie unmittelbar erfährt,
ist alles andere als ein festgelegtes Objekt;

Lebewesen sind vieldeutige Schwingungen,
die auf meine Empfindungen antworten und
diese rufen wiederum in mir Gefühle hervor.

ALLes ist mit ALLem verbunden

Der atmende Leib, der die Welt erfährt und bewohnt,
unterscheidet sich völlig vom schematischen Körper
z.B. aus einem Anatomiebuch. Jeder Leib ist anders, als der,
den ich zu sehen 
und fühlen gelehrt bekommen habe.

Der Körper ist keine komplexe Maschine,
deren Teile repariert werden müssen.

Der Leib den alle Menschen und jedes Lebewesen beleben und bewohnen ist ein Körper der Wahrnehmung und des Fühlens. Dieser Leib ist die Grundlage für die Begegnung und Berührung mit jedem Menschen, ja jedem Lebewesen, welches ebenso als wahrnehmender und fühlender Körper sich mir anvertraut.  Der lebendige Körper stellt Kontakt her (zu anderen und zu mir). Er ist es, der Reflexion, Denken und Erkenntnis ermöglicht.

Menschen sind auf Beziehungen eingestimmt. Ein-Blick in unseren Körper bezeugt,
dass jede Faser, jede Faszie, jeder Nerv – alle Organe in einem Beziehungsgeflecht leben. 

Deswegen kann und wird jede isolierende Betrachtung, - sei es der Blick auf eine anatomische Struktur (wie z.B. des M.iliopsoas, den Rücken etc.) oder sei es der isolierende Blick auf eine Krankheit oder ein Beschwerdebild, mich in die Irre, d.h. ebenso in die Isolation führen. 
LEBEN ist jedoch MEHR ALS ................ DIE DARSTELLUNG DES LEBENS .......... 
Leben ist FÜHLEN ...... ist AUSTAUSCH ......... ist BEDEUTUNG ......... ist ENTFALTUNG ..... ist NETZWERK ....... ist WECHSELSEITIGE BEZIEHUNG ....
"Das Geheimnis Gottes schläft im Stein, atmet in der Pflanze, regt sich im Tier und erwacht im Menschen." Thomas von Aquin
Häufig hat der Mensch den Kontakt zum Kosmos, zu den Kräften der Natur, zu seinen Mitmenschen, zu den Tieren etc. verloren und fühlt sich in seiner Welt nicht mehr zuhause.
Ungeborgenheit, Angst, alle möglichen Beschwerden und Krankheiten sind die Folge.
Beständigkeit ist eine Haltung
Begleiten heißt partizipieren heißt zur Anwesenheit kommen. Einfach da sein, ohne etwas Bestimmtes zu wollen - 
Im Schweigen vor jedem Gedanken, vor jeder Freude und jedem Schmerz - im Bewusstsein Zeit zu haben -
Eingetaucht sein in den Atem der Ewigkeit. Dann ändert sich alles, - Zeit, Raum und Gedanken;
Sehen, ohne zu urteilen. Alles darf zunächst so sein, wie es ist.
Beständigkeit ist eine Haltung, die wesentlich für einen Weg der Begleitung erscheint. Lebendigkeit erfahren wir in unserer Verbindung zu anderen Lebewesen.
Jeder Körper eines Lebewesens zeugt von Spuren, die wir deuten und spüren, da wir selbst Körper sind.
Innen ist Außen zugleich.

"Was ihr Inneres ist, gelebte Bedeutung, ist zugleich ihr Äußeres, gestaltgewordene Bedeutung." Andreas Weber