Gedanken und Schmerzen

Als Menschen besitzen wir die Möglichkeit, z.B. von Erfahrungen zu lernen oder die Zukunft zu planen. Bei Schmerzen kann dies zum Nachteil gelangen. Obwohl keine Gewebeschäden vorliegen kann es passieren, dass unser Gehirn Signale als Alarmsignale fehl deutet – und wir dies als Schmerzen wahrnehmen.

Ähnlich dem Nocebo-Effekt entsteht in uns eine Erwartungshaltung, dass bestimmte äußere Einwirkungen Schmerzen auslösen werden. Jeder der schon mal viele Nebenwirkungen auf Medikamenten Beipackzettel gelesen hat – oder beim Pathologie-Unterricht Symptome lernt und danach sicher das eine oder andere Symptom entwickelte, kennt dieses Phänomen.

Diese entwickelten Schmerzen sind tatsächlich vorhanden – so finden sich in einem MRT (Magnet-Resonanz Tomographie) Gerät die Schmerzzentren im Gehirn deutlich aktiv – obwohl „nur“ Gedanken aktiv sind.

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Diese Tatsache ist von Bedeutung, wenn wir mit Schmerzpatienten arbeiten. Eine Vorstellung allein reicht aus, damit Gewebe an Schmerzbereichen anschwellen kann. „Das tut schon weh, wenn ich nur daran denke„!

Diese Reaktion ist verständlich, wenn wir uns daran erinnern, dass unser Gehirn uns vor a l l e m, was gefährlich für uns ist, schützen will.

Gedanken und Angst vor bestimmten Aktivitäten, oder Angst davor, dass es wieder weh tun könnte, können Schmerzen verstärken.