Können Bandscheiben schmerzen? (Teil 5)

Was ist eine Bandscheibe? Die meisten Klienten haben gar keine Vorstellung davon, wenn sie mir berichten, dass ihre Bandscheibe beschädigt ist. Manchmal kommen sie mit einem MRT Bild und sagen, dass dies doch offensichtlich zu sehen ist – so wurde es Ihnen  vom ….. erklärt. Und die Kraft von Bildern ist enorm.

Was nicht erzählt wird, dass viele Menschen einen Prolaps (Bandscheibenvorfall) oder eine Bandscheiben-Vorwölbung ihr eigen nennen, jedoch über keinerlei Beschwerden klagen.

Bandscheiben sind straff zwischen den Wirbelkörpern eingepasst und bestehen aus festen Material (wie sehr starke Bänder oder ihr Ohr). Des Weiteren sind sie eingebunden und unterstützt durch viele kraftvolle umliegende Muskeln und Bändern.

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Sprachliche Formulierungen, wie: „das sieht aber gar nicht gut aus“; „die sind gerissen“; „herausgerutscht“ oder „prolabiert“ lassen uns wahrscheinlich sofort merklich vorsichtiger bewegen – und entsprechen oft nicht den Tatsachen.

Die Nervenversorgung der Bandscheiben ist gering. Deutlich reichhaltiger dagegen die umliegenden Gewebsverbände, die somit auch schnelle Alarm Signale zum Gehirn senden können, falls Gefahr droht. Schmerzen kommen daher eher aus dem umliegenden Gewebe.

Eine verletzte Bandscheibe schmerzt i.d.R. frühestens nach einem Tag – und das, weil die umliegenden Gewebe mit Steifheit  und Schmerz reagieren.

Bandscheiben bauen im Alter auf natürlichen Wege als Alterungsprozess ab. Das muss in keiner Weise zu schmerzen führen. Mindestens 30 % aller Menschen haben zum Teil starke Vorwölbenden in den Rückenmarkskanal, aber sind ohne Schmerzerfahrung.

Selbst wenn es zu einem Bandscheibenvorfall kommt und ein Nerv irritiert wird, alarmiert dies nicht unbedingt das Nervensystem oder das Gehirn.

Bandscheiben heilen langsam, sind immer ein wenig ausgefranst an den Rändern und unterscheiden sich oft nicht von Verletzungen.

Wirbelsäulen-Gelenke und Nerven sind sehr starke Strukturen die sehr Leistungs- und Belastungsfähig sind.