Schmerzen und Erleben (Teil 2)

Es geschah vor drei Tagen bei den Olympischen Spielen. Ein deutscher Eishockeyspieler wurde so schwer am Kopf getroffen, dass er minutenlang benommen auf dem Eis lag und dann in den Katakomben verschwand. Im letzten Drittel war er (im Halbfinale) wieder dabei, und sagte später im Interview, dass ihn nichts so schnell „umhaut“. Ähnliche Geschichten sind bei Kriegsverletzungen zu bestaunen. Wir kennen Geschichten in denen Surfer von Haien angebissen wurden; Väter die Wehenschmerzen beschreiben oder vielleicht haben Sie auch im TV eine Operation miterlebt, mit tiefen Einschnitten, die ausschließlich unter Hypnose durchgeführt wurden

Zu 100 % gilt: Unser Gehirn entscheidet, ob wir Schmerzen empfinden oder nicht.

Schmerzen sollen individuell betrachtet werden. In meiner Praxis kenne ich Geschichten von Klienten, die im Büro starke Schmerzen empfinden, wenn Sie eine hohe Arbeitsbelastung erleben. Oder letzte Woche erhielt ich einen „Notruf“einer Klientin mit starken LWS Schmerz, der, nachdem sie noch für Nachmittags einen Termin erhielt, schon deutlich geringer war. Die Angst vor einen möglichen Bandscheibenvorfall oder Nervenquetschungen können ein Schmerzempfinden verstärken.

Sicher haben Sie schon von Phantomschmerzen gehört. 70 % aller Menschen, die ein Körperglied verloren, erleben dieses Glied als „echt“, aber es ist ein Phantom. Dieses kann jucken oder schmerzen. Diese Wahrnehmungen verstärken sich z.B. bei Stress. Dies ist möglich, weil sich im Gehirn eine Landkarte unseres Körpers befindet – ein virtueller Körper. Bei Phantomgliedern sind diese noch im Gehirn präsent.

Auch unser Alter (über 60 jährige haben weniger Rückenschmerzen), Geschlecht (Frauen geben Schmerzen ehrlicher zu), ob in einer fürsorglichen Beziehung lebend (häufiger Schmerzen) oder in welcher Kultur wir aufgewachsen sind – all dies hat Einfluss auf unsere Schmerzwahrnehmung.

Schmerzen sollen im Zusammenhang betrachtet werden. So ist eine Fingerverletzung ist für einen Goldschmied gefährlicher als für einen professionellen Fußballer. Unser sensorisches Nervensystem analysiert alle Arten von Informationen. Dies ist komplex, denn es berücksichtigt die Ebenen des Gedächtnisses, der Emotionen (dem Empfinden) und der Vernunft – mit möglichen Konsequenzen für unser Leben.